|
Stadt Chongqing
Eine Stadt stellt sich vor
Die Provinz Chongqing, mit der gleichnamigen Hauptstadt, liegt mitten im Zentrum von China. Die Stadt wird auch oft als Nebelstadt (雾都), da sie die meiste Zeit des Jahres von einem Nebelschleier umhüllt ist, oder als Bergstadt (山城), weil sie auf einer sehr hügeligen Landschaft liegt, bezeichnet. Die gesamte Provinz ist 82,400 Quadratkilometer groß und hat eine Einwohnerzahl von 30,9 Millionen Menschen. Die Provinz ist noch sehr jung, sie wurde im Jahre 1997 von der Nachbarprovinz abgespaltet und zu einer regierungsunmittelbaren Stadt erklärt. Neben ihr gibt es nur drei weitere regierungsunmittelbaren Städte in China: Peking(Beijing), Tianjin und Shanghai. In der Stadt selbst wird angenommen das 5-6 Millionen Menschen leben.

Skyline von Chongqing
Die bergige Landschaft im Zusammenspiel mit den beiden großen Flüßen, Jialing und Yangtze, die sich vor der Spitze des Zentrums der Stadt vereinen, bieten eine Abwechslung zu anderen Städten in China und verleihen dem Gesamten ein interessantes Flair. Das ganze spiegelt sich auch in der Architektur der Stadt wieder. Chongqing ist nicht nach einem Raster entworfen, die Landschaft macht dies unmöglich - und das macht sie sehr außergewöhnlich. Die einmalige Landschaft hat in vielen Bereichen ihre Finger im Spiel. So wird einem bei einem Besuch sofort auffallen das es keine Fahrradfahrer in der Stadt gibt, das liegt an den Bergen.
Das Zentrum kann es bereits mit dem Westen aufnehmen, die Straßen sind sauber, die Menschen sehr offen und die Skyline ist atemberaubend. Ausserhalb des Zentrums liegt man noch hinten dran.

Auf den Straßen von Chongqing
Die Stadt verfügt über eine noch mäßige Infrastruktur. Die schwere landschaftliche Lage, Berge und Flüße, erschweren den Ausbau. Dies soll jedoch mit neuen Brücken, Tunneln und der vor kurzem erst eingeführten Schwebebahn verbessert werden.
Die überregionale Infrastruktur ist ebenfalls noch unterentwickelt. Die einzige Autobahn zu einer anderen Großstadt führt nach Chengdu. Das Gleisnetz ist dagegen bereits besser ausgebaut. Es gibt direkt Züge nach Peking(Beijing), Kanton(Guangdong), Hong-Kong(Xiangang), Tibet(Xizang) und vielen anderen Städten. Eine interessante Wende zu der abgeschnittenen Lage der Stadt, zu der Ostküste, bietet der Bau des 3-Schluchten-Staudammes, welcher nach seiner vollkommenen Flutung im Jahre 2008 schwere Binnenschiffahrt ermöglichen wird. Die Stadt verfügt über einen internationalen Flughafen. Bis vor kurzem wurden sogar Direktflüge von Deutschland nach Chongqing angeboten - die Stadt war jedoch noch nicht reif dafür und die Linie wurde wieder eingestellt. Es bestehen jedoch Verbindungen mit allen größeren Städten in China und einigen Großstädten in Asien.
Der Tourismus in Chongqing ist dabei sich zu entwickeln. Lange war die Stadt nur der Ausgangspunkt für die Yangtze-Flußfahrt. Doch langsam entdecken mehr Menschen die Vorzüge dieser Stadt. Es gibt einiges zu sehen und zu entdecken.

Blick über Chongqing
Wirtschaftlich gesehen entdecken mehr und mehr Firmen die Vorzüge dieser Stadt. Die Lohnkosten sind sehr viel geringer als an China's Ostküste. Das Durchschnittseinkommen pro Kopf liegt bei 4853 (Ende 1999). Die Wachstumsrate des BIP liegt bei 7,6 %. Firmen aus mehr als 40 Ländern, darunter 27 der 500 Top-Unternehmen der Welt, haben in Chongqing über 2000 Unternehmen errichtet.
Die Menschen sind offen und freundlich. Leider scheitert die Kontaktaufnahme noch oft an der sprachlichen Barriere. In dieser Region wird ein Dialekt gesprochen. Es ist eine etwas abgewandelte Sprache von Mandarin(Putonghua), die offizielle Sprache in China. Die Mehrheit spricht Mandarin, jedoch verständigt man sich untereinander mit dem Dialekt.
Eine Besonderheit in dieser Region ist das scharfe Essen. Die Sichuan Küche ist in ganz China und auch in der Welt sehr bekannt. Die bevorzugte Mahlzeit ist der HotPot (huoguo). Überall in der Stadt lassen sich Restaurants mit in den Tisch eingelassenen Kesseln finden. Man bestellt das Essen roh und kocht es sich in dem Kessel selbst. Zu vergleichen mit Fondue. Einen Versuch sollte man nicht auslassen.
|